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Prolog?

Ein etwas älterer Text von mir, aber ich finde ihn immer noch gut. Er war als Einleitung zum Buch gedacht an dem ich ja arbeite. was denkt ihr so?

Jedes Reich hat seine eigenen Geschichten,
jedes Land seine Mythen und jedes Volk seine Legenden.

Schwarzes Nichts so weit das Auge reicht. Ein Meer aus Sand, das nirgendwo zu enden scheint und nie begonnen hat. Es ist schwarz gefärbt von Trauer Leid und Tod. Das Blau des Himmels schien in Blut getaucht. Machte dem dunklen Purpur unlängst Platz. Es ist das Blut der tausenden die dort im Sand begraben. Ruhen dort für alle Zeiten, bis der Tage kommt an dem ihre neue Stunde schlägt. Doch der Sand rinnt nur langsam durch das Glas. Die Zeit scheint fast still zu stehen an diesem Ort. Eine Ewigkeit der Ruhe. Das Leben schweigt still.

Kapitel 1: Erwachen.

Das Sandkorn fällt.
Es ist soweit.
Die Zeit hat ihr Werk vollendet
und die Stunde ist gekommen


ʘ


Sie starrte in das Licht der untergehenden Sonne. Lange hatte die schwarzhaarige Frau nicht mehr so etwas schönes gesehen. Auch wenn ihr das Licht mit der Zeit in den Augen schmerzte und sie schon lange nicht mehr wusste ob sie immer noch in Sicherheit war, so ließ sie sich diesen Augenblick doch nicht nehmen. Um sie herum waren nur Berge und sie selbst saß auf einem kleinen Plateau. Die nächste Zivilisation war meilenweit entfernt, doch sie war froh darüber. Ihr war das jedoch im Moment nur recht so. Dann würde man sie vielleicht nicht so schnell finden. Vielleicht nur noch ein paar weitere Wochen, dann hätte sie es geschafft, irgendwann müssten sie doch aufgeben ihr zu folgen. Und dann hätte sie ihre Freiheit wieder.
Es war schon erstaunlich für sie, dass etwas, was sie damals so leicht verlieren konnte, so schwer zurück zu holen war. Jahre ihres Lebens hatte es sie gekostet. Jahre die man ihr auf der Haut noch ansehen konnte. Sie mag einst makellos gewesen sein. Doch nun sah man jene Spuren die über Jahre sich bildeten. Narben zogen sich über den ganzen Rücken zwischen noch frischen Spuren dunklen Blutes. Wie oft ist damals die Peitsche auf den zerbrechlichen Leib hinab gefahren, man vermochte es noch an den hellen Linien ab zu zählen. Um die Gelenke lag ein Band aus dunklem Violett, Blutergüsse von den Ketten die sie halten sollten. Die Ketten waren fort, doch die Narben würden bleiben. Um den Hals war immer noch das Halsband geschlungen, welches sie zu einem Haustier verbannt hatte. Doch nun war es nutzlos geworden. Niemand vermochte sie mehr zu halten, so hoffte sie zumindest. Doch die Narben die am schlimmsten waren und nie das Licht der Sonne sehen würden, dass waren die in ihrer Seele. Wunden in ihr Herz geschlagen um es ausbluten zu lassen. Nur noch ein unnützer Klumpen und doch konnte sie sich immer noch an solchen Momenten erfreuen.
Und so sah sie schweigend in die Sonne. Genoss einfach nur den Augenblick und hoffte er würde nie mehr vergehen. Doch wenn es ihr Schicksal gewesen wäre ein glückliches Leben zu führen, so wäre sie auch erst nie in jene Lage gekommen. Ein Seufzen entwich ihr, als sie hinter sich ein unnatürlich wirkendes Rascheln vernahm. Sie hatte es geahnt. Das ganze war einfach noch zu schön um wahr zu sein. Sie war gefunden geworden. Doch aufgeben würde sie deswegen nicht. Nicht jetzt. Doch wie viel es ihr bringen würde, das würde ihr die Zeit sagen.
Doch dann erschallt ein lautes Brüllen wie von einer riesigen Raubkatze, das Geräusch reflektierte sich von den Felswänden und im nächsten Moment war die Frau verschwunden ohne das es eine Spur von ihr gegeben hätte. Nur eine einzige etwas nasses Stelle, wo ihre Tränen den Boden wässerten.


Φ


Die ganze Truppe war eingeschworen. Alle wussten was sie zu tun hatten. Und alle wussten, dass unter keinen Umständen etwas schief gehen durfte. Es waren schon mehrere auf dieser Mission von dem Monster getötet worden. Da hatte keiner die Lust nun der Nächste zu sein, den das Biest erwischte. Es war immer ein grausamer Anblick. Die Kehle durchtrennt, die Körper schon fast zerfetzt. Keine Chance für jene das ganze zu überleben. Und doch lockte der versprochene Lohn die Leute immer noch auf ihre Fährte. Für die Summe hätten sie sich eigentlich denken können, dass diese Jagd kein Zuckerschlecken werden würde. Vor allem da die Ware möglichst unbeschädigt zurück gebracht werden musste. Ein Wesen wie Ware zu behandeln war nichts Abnormales. Sklaverei gab es überall. Und auch die gejagte war nicht mehr. Auch wenn man noch nicht wusste worauf man sich da eingelassen hatte. Und doch hatten manche mittlerweile Mitleid mit der Frau bekommen, die sie jagten. Aber Mitleid war nicht erlaubt. Sie hatten nur einen Auftrag, den sie ausführen mussten. Koste es was es wolle.
Im Moment kostete es sie vor allem alle Mühe den Berg hinauf zu kommen, auf den ihre Spuren führten. Die Sonne war bereits am untergehen und es würde nicht mehr lange dauern, bis die Nacht herein brach. Man hoffte sie bis dahin gefunden zu haben, ab besten schlafend. Doch zweifelte man, dass sie ihnen diesen Gefallen tun würde. Da sollten sie recht behalten, doch was wirklich geschah würde niemand von ihnen ahnen können. Sie hatten den Gipfel und damit auch jenes Plateau schon fast erreicht. Anspannung breitete sich unter ihnen aus. Man griff bereits zu den Waffen und stellte sich auf die Jagd ein. Aber Manchmal tauschen Jäger und Gejagte ihren Platz.
Fast hatten sie es geschafft, doch die Unruhe ließ sie Fehler begehen. Zu schnelle, zu laute Bewegungen. Jene welche das Monster aufscheuchten. Man hatte das Weib noch nicht mal erreicht, als man vor sich ein Brüllen vernahm. Panik wollte die Menschen erfassen und schon machten sich die hintersten auf zur Flucht. Man wollte bloß nicht in der Nähe dieses Untiers bleiben, welches die eigne Beute ebenso zu verfolgen schien. Sie war es, die jene Jagd so gefährlich machte. Das Weib selbst, es war schwach, kaum kräftig genug einen einzigen Mann zu schlagen. Geschweige denn ihn auf solch bestialische Art und Weise nieder zu strecken, wie es jenes Ungeheuer der Hölle tat.
Der Hölle, denn nur von einem solch einen Ort konnte es wohl stammen. Teils erschien es einem menschlich, dass man gar Reue empfand, doch im nächsten Moment fiel das schwarze Ungeheuer über einem her. Zähne wie Dolche und Krallen wie Schwerter, dazu stark wie ein wild gewordener Eber, nur um einiges intelligenter und überlegender. Man hatte schon versucht der Bestie eine Falle zu stellen, doch fassen konnte man sie nicht. Zu schnell erkannte das Monster, was man vorhatte und war fort ohne, dass man das Weib irgendwo noch gefunden hatte. Sie konnten nicht mal sagen, auf welcher Seite es stand. War es das Haustier jener Gejagten, oder jagte es sie ebenso?
Niemand vermochte dies wohl zu sagen, denn auf diese Frage gab es keine Antwort, und würde es auch nie geben. Denn keiner von ihnen würde je die Wahrheit über jene Frau erfahren, deren Tränen den kalten Stein benetzten. Glaubt sie es ja manches male selbst nicht einmal zu wissen.
Ein weiteres Brüllen erschallte, dann ein Schrei und man wusste, dass es bereits den ersten erwischt hatte. „Los Männer! Holen wir uns endlich das Biest! Dort drüben muss es sein!“ So brüllte ihr Anführer, doch die andren hörten ihn schon gar nicht mehr, gingen die Worte doch schon im ängstlichen Gebrüll seiner vorhin noch so tapferen Männer unter.


Ђ



Da waren sie, ich konnte sie riechen. Ein Geruch, gemischt aus Angst, Hass und Panik. Wie ich ihn doch mochte. Und das alles ausgelöst durch ein Brüllen. Aber schon das zeigt mir, dass sie es sind. Diese widerlichen Geschöpfe, die Unschuldige Jagen um sie einzusperren wie Tiere. Bin ich ein Tier? Nein, denn Monster schimpfen sie mich. Mich töten sie, wenn sie mich fassen. Ich bin für sie etwas viel schlimmeres. Nur weil an meinen Krallen das Blut ihrer Freunde klebt. Um so mehr macht es nur noch Spaß sie zu zerfetzen. Die Zeit hat mich verändert. Ich war nicht immer so. Aber das ist egal. Ich schleiche durch das Gebüsch. Die Dunkelheit ist mein Freund, und die Nacht bricht bereits herein. Während ihre Augen nutzlos werden, werden meine nur besser.
Sie versuchen vor mir zu fliehen, aber so ungeschoren werde ich sie nicht entkommen lassen. Sie hören mich, doch wenn sie meinen wo ich bin, bin ich längst wo anders. Das hier ist mein Gebiet. Meine Jagd, und sie nur die Beute. Einer von ihnen stürzt, doch mein Pech ist es ja nicht, sondern vielmehr seines. Schon tauche ich aus dem Gebüsch aus, versenke erst Krallen dann Zähne in dem noch so lebendigem Fleisch. In den Geruch der Menschen mischt sich der des Blutes meines Opfers. Leicht süßlich gepaart mit dem von rostigem Eisen. Ein Moment der Unachtsamkeit. Er schlug nach mir, und ein leichter Schmerz riss mich aus den Gedanken. Es reichte nun mit diesem erbärmlichen Wesen. Eine einstige Bewegung und die Kehle ward entzwei.
Die andren waren näher gekommen, wollten nun doch dem Kameraden zur Hilfe eilen? Tz, welch Narren. Aber gut, wenn sie das Schicksal des einen Teilen wollten. Sie alle hatten doch den Tod verdient. Für ihre Taten, ihr Wesen, ihr Sein. Waren sie es doch auch gewesen, die das Weib den Berg hinauf getrieben, so wird nun dies ihre Rache sein.

 

5.8.10 12:01
 


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